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Nachberechnung bei geschätzten Gasverbrauch (LG Itzehoe v. 05.05.2014, Az. 6 O 416/13)

Ein Gasgrundversorger, der eine Abrechnung aufgrund von Schätzwerten ermittelt hat, hat einen Nachforderungsanspruch gegen den Kunden, wenn die von ihm prognostizierten Werte vom tatsächlichen Verbrauch abweichen. Dieser Anspruch ist nach § 21 II AVBGasV bzw. § 18 II GasGVV zeitlich nicht befristet, da es sich im vorliegenden Fall weder um fehlerhafte Messeinrichtungen, einen Ablesefehler noch um eine falsche kaufmännische Berechnung handelt. Vertrauensschutz genießt der Kunde, wenn er darauf vertrauen darf, dass die Abrechnung vollständig und richtig ist. Wenn aber der Kunde, wie im vorliegenden Fall, weiß, dass die Abrechnung auf geschätzten Werten und nicht auf einer exakten Verbrauchsermittlung beruht, kann er sich nicht auf den Vertrauensschutz berufen.

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